COOLYMP DDr-Alois-Lugger-Platz - Olympisches Dorf

Planungsbeginn Februar 2023
Bauherr:in Stadt Innsbruck Amt Klimaneutrale Stadt Referat Stadtklima Umwelt - IIG - Innsbrucker Immobiliengesellschaft (Projektleitung und ÖBA)
Architektur und Landschaftsplanung Arge: Machné & Glanzl Architekten. L.A.U.P. INGENIERBÜRO Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
Mitarbeiter:innen Birgit Hackel, Klaus Jahnel
Adresse DDr-Alois-Lugger-Platz, 6020 Innsbruck
Tragwerksplanung Flugdach Tragwerkspartner zt gmbh, Innsbruck
Statik ZSZ Ingenieure ZT-GmbH, Innsbruck
Wissenschaftliche Begleitung UNI Innsbruck Prof. Manfred Kleidorfer, Professor für nachhaltige Entwicklung urbaner Wasserinfrastruktur
Beratung Abdichtarbeiten Sachverständiger Hanspeter Springinsfeld Geschäftsführer Springinsfeld SV GmbH, St.Johann in Tirol
Elektroplanung ETP Elektrotechnik Planungs GmbH, Innsbruck
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Ohne Schatten und Sitzmöglichkeiten bot der Platz kaum Aufenthaltsqualität und wurde an Hitzetagen besonders für vulnerable Gruppen zur Belastung. Der 2006 errichtete Platz bildet das Zentrum des Olympischen Dorfs, eines dicht bebauten Stadtteils mit rund 7.000 Einwohner:innen. Im Frühjahr 2022 beschloss der Innsbrucker Gemeinderat einstimmig den Projektstart und griff damit den Wunsch auf, Stadtgestaltungsprojekte auch außerhalb des Zentrums umzusetzen.

Die Stadt Innsbruck entwickelte als Bauherrin einen intensiven Beteiligungsprozess, um mit der Bevölkerung Maßnahmen zur Klimawandelanpassung und künftigen Nutzung zuerarbeiten. In Workshops, Informationstagen und Pflanzaktionen wurden Anliegen von Schülern, Pensionisten, Kindern, Eltern und weiteren Bewohner erhoben und durch die Planer:innen direkt in konkrete Gestaltung übersetzt. Durch die entstandene Feedback-Schleife im Rahmen der wiederholt veranstalteten Workshops wurden die Entwürfe stets optimiert und konkretisiert. Der Austausch mit den Ämtern der Stadt Innsbruck sowie eine politische Steuerungsgruppe sicherten einen reibungslosen Ablauf.

Die Umsetzung erfolgte durch die Innsbrucker Immobilien GmbH. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde COOLYMP in Kooperation mit der Universität Innsbruck im Rahmen eines FFG-Forschungsprojekts, unter anderem durch Prof. Manfred Kleidorfer, Professor für nachhaltige Entwicklung urbaner Wasserinfrastruktur. Der innovative Ansatz liegt in der unmittelbaren Übersetzung der Bürger in Planung,in Klimawandelanpassung und im Zusammenspiel eines interdisziplinären Projektteams. Begleitet wurde das Projekt in allen Phasen von der ARGE IB LAUP| Machné & Glanzl Architekten.

Aus den Workshops ging der Wunsch nach einem generationenübergreifenden Ort deutlich hervor. Im Süden, zwischen Kindergarteneingang und altersgerechtem Wohnen,entstand ein Aufenthaltsbereich mit Kleinkinderspielgeräten sowie seniorengerechten Sitzbänken und Tischen. Konsumfreie, witterungsgeschützte Aufenthaltszonen, eine Bühne, Barrierefreiheit und ein offener Bereich fürVeranstaltungen waren zentrale Anliegen. Die Bühne wurde deshalb als offene, überdachte Sitzlandschaft konzipiert und ist auch außerhalb von Veranstaltungen nutzbar.

Das „GrüneWohnzimmer“ bildet das neue Herzstück des Platzes: 18 Bäume wurden in einem erhöhten Karree gepflanzt, exakt über den Säulen der darunterliegenden Tiefgarage. So wird die bestehende Statik genutzt und zugleich Raum für Substrat, Wiesenflächen und kräftigen Bewuchs geschaffen. Die erhöhte Flächebietet Sitzmöglichkeiten sowie Bewegungsangebote. Ein diagonaler Weg durchquertdas Karree und verbindet Lebensmittelmarkt und Schule; ein früherer Trampelpfad wurde bewusst zum Hauptweg weiterentwickelt.

Vor der Bühne öffnet sich ein Platzbereich mit bodenbündigen Wasserfontänen und Nebeldüsen,die an heißen Tagen für Kühlung sorgen. Bei Veranstaltungen dient die Fläche als Zuschauerbereich für ca. 500 Personen. Entlang der Westseite sowie an der Ostseite zur MPreis-Fassade wurden Beete und Hochbeete angelegt. Gemeinsam mit Schülern, Hort, Kindergartenkindern und Bürger bepflanzt, erhöhen sie den Grünanteil und schaffen mit essbaren Pflanzen und Spalierobst einen Naschgartenzum Entdecken und Genießen.

Mit COOLYMP wurde aus einer hitzegeprägten Asphaltfläche eine klimafreundliche, kühle Aufenthaltszone. Grüne und blaue Infrastruktur –Pflanzen, Schatten und Wasser – verbinden sich mit sozialer Qualität, Barrierefreiheit und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. So entstand einklimafitter Treffpunkt der Generationen mit Grünflächen, Sonnensegeln,beschatteten Sitzmöglichkeiten und erlebbarem Wasser.